Die Faustregel: Ellbogenhöhe statt fester Zahl
Eine Höhe, die für alle passt, gibt es nicht: Eine Bank, an der jemand mit 1,65 m bequem arbeitet, ist für jemanden mit 1,90 m deutlich zu niedrig. Ergonomie-Faustregeln gehen deshalb von deiner Ellbogenhöhe aus. Je nach Arbeit liegt die Platte etwas darunter oder darüber. So bleiben die Schultern locker und der Rücken gerade.
So misst du deine Ellbogenhöhe
- Zieh die Schuhe an, in denen du in der Werkstatt stehst.
- Stell dich aufrecht hin, lass den Oberarm locker hängen und winkle den Unterarm waagrecht an.
- Miss vom Boden bis zur Unterseite des Ellbogens – am einfachsten zu zweit.
Stehst du später auf einer Matte oder einem Holzrost, miss darauf – oder rechne ihre Dicke zur Bankhöhe dazu. Ohne Messung schätzt der Rechner die Ellbogenhöhe: 63 % der Körpergröße plus 2,5 cm für die Schuhe. Das ist ein Durchschnittswert. Je nach Körperbau liegt deine Ellbogenhöhe ein paar Zentimeter daneben – gemessen ist genauer.
Kräftige Arbeiten: Hobeln, Sägen, Stemmen
Wer mit Kraft arbeitet, braucht die Bank tiefer, denn so arbeitest du mit dem Körpergewicht statt nur mit den Armen. Ergonomie-Faustregeln setzen kräftige Arbeit deutlich unter die Ellbogenhöhe, je nach Quelle 15 bis 40 cm. Aus der Holzwerkstatt kommt eine handfeste Variante: Lass die Arme hängen – die Oberkante der Hobelbank liegt etwa auf Höhe deiner Handgelenke. Der Rechner nimmt dafür 25 cm unter der Ellbogenhöhe.
Allgemeine Arbeiten: Montage, Schrauben, Schleifen
Für das meiste, was an einer Werkbank passiert – zusammenbauen, schrauben, schleifen, bohren –, gilt die bekannteste Faustregel: 10 bis 15 cm unter der Ellbogenhöhe. Die Unterarme zeigen dann leicht nach unten, und die Schultern bleiben unten. Der Rechner nimmt die Mitte, 12,5 cm.
Feine Arbeiten: Schnitzen, Anreißen, Feinmontage
Bei feinen Arbeiten zählt das Sehen mehr als die Kraft. Hier darf die Fläche 5 bis 10 cm über der Ellbogenhöhe liegen, am besten mit aufgestützten Unterarmen. So sind die Augen näher dran und die Hände ruhiger. Der Rechner nimmt 7,5 cm darüber.
- Kräftig: 15–40 cm unter Ellbogenhöhe – zum Hobeln etwa Handgelenkhöhe.
- Allgemein: 10–15 cm unter Ellbogenhöhe.
- Fein: 5–10 cm über Ellbogenhöhe, Unterarme aufgestützt.
Richtwerte nach Körpergröße
Die Tabelle zeigt, was der Rechner für typische Körpergrößen ausgibt. Die Ellbogenhöhe ist dabei geschätzt (63 % der Körpergröße plus 2,5 cm für Schuhe), alle Werte sind auf 5 mm gerundet. Liegst du zwischen zwei Zeilen, nimm die Mitte. Genauer wird es mit deiner gemessenen Ellbogenhöhe im Rechner.
| Körpergröße | Ellbogenhöhe (geschätzt) | Kräftig (Hobeln) | Allgemein (Montage) | Fein |
|---|---|---|---|---|
| 150 cm | 970 | 720 | 845 | 1.045 |
| 160 cm | 1.035 | 785 | 910 | 1.110 |
| 170 cm | 1.095 | 845 | 970 | 1.170 |
| 180 cm | 1.160 | 910 | 1.035 | 1.235 |
| 190 cm | 1.220 | 970 | 1.095 | 1.295 |
| 200 cm | 1.285 | 1.035 | 1.160 | 1.300* |
* Begrenzt auf 1.300 mm, die höchste Arbeitshöhe im Werkbank-Planer. Ohne Grenze wären es 1.360 mm.
Was zur Arbeitshöhe zählt: Platte, Füße und Rollen
Die Arbeitshöhe wird vom Boden bis zur Oberkante der Arbeitsplatte gemessen, Füße oder Rollen sind eingerechnet. So rechnet auch der Werkbank-Planer. Die Plattendicke steckt ebenfalls darin. Für deinen Wert aus dem Rechner heißt das: Er bleibt gleich, egal ob die Bank auf festen Füßen, Stellfüßen oder Rollen steht. Was sich ändert, ist die Länge der Beine.
Ein Beispiel mit den Startwerten des Planers: 900 mm Arbeitshöhe und eine 40 mm starke Platte aus 19 mm MDF als austauschbarer Verschleißlage auf 21 mm Birke-Multiplex. Damit sind die Beine
- 860 mm lang mit festen Füßen,
- 810 mm mit 50 mm hohen Stellfüßen,
- 760 mm mit Rollen von 100 mm Bauhöhe.
Die Bauhöhe einer Rolle – die Gesamthöhe inklusive Anschraubplatte – steht im Datenblatt des Herstellers. Sie ist nicht dasselbe wie der Raddurchmesser. Schraubst du Rollen unter eine fertige Bank, wird sie um genau diese Bauhöhe höher. Willst du die Höhe halten, kürzt du die Beine um denselben Betrag. Welche Rollen passen und wie du sie sicher befestigst, erklärt der Ratgeber Werkbank mit Rollen bauen.
Eine Werkbank für alles: so findest du den Kompromiss
Die meisten haben nur eine Werkbank und machen daran alles. Dann richtest du die Höhe nach der Arbeit, die du am häufigsten machst: für eine Montagebank meist „Allgemein“, für eine Hobelbank „Kräftig“. Dazu ein paar Faustregeln:
- Große Werkstücke bringen ihre eigene Höhe mit. Wer oft Korpusse oder Möbel auf der Bank zusammenbaut, plant eher am unteren Ende des Bereichs – oder baut große Teile auf Böcken zusammen.
- Für feine Arbeiten hebst du das Werkstück an, nicht die ganze Bank. Ein Bankaufsatz oder eine Doppelzange bringt es näher an die Augen.
- Kleine Korrekturen schaffen Stellfüße. Der Planer startet mit 50 mm hohen Stellfüßen und 20 mm Verstellbereich; wie viel deine Füße wirklich hergeben, steht beim Hersteller.
Hohe Bänke brauchen Aussteifung
Je höher und schmaler das Gestell, desto eher kippelt es nach vorn und hinten. Ohne Aussteifung an den Stirnseiten meldet der Planer ein „hohes, schmales Gestell“, wenn die Arbeitshöhe mehr als das 1,4-Fache der Gestelltiefe beträgt – ein Richtwert. Bei einer 800 mm tiefen Bank mit 720 mm Gestelltiefe ist das ab etwa 1.010 mm der Fall. Streben oder Aussteifungsplatten an den Stirnseiten halten das Gestell im Winkel; eine Rückwand oder Streben an der Rückseite steifen nur längs aus. Steht eine Bank frei und ist mehr als doppelt so hoch wie tief, kann sie außerdem kippen – dagegen helfen keine Streben, sondern eine Wandbefestigung oder ein tieferes Gestell; der Planer weist darauf hin. Wichtig: ParaBuilder3D ist eine Planungshilfe – keine statische Berechnung.
Maschinenbank und Schubladenbank
An der Maschinenbank ist die Arbeitshöhe zugleich die Höhe des Sägetischs: Im Planer sitzt der Sägetisch standardmäßig bündig mit der Arbeitsplatte. Plane die Höhe also so, dass du an der Säge gut stehst.
An der Schubladenbank wächst das Schubladenmodul mit: Es reicht immer bis knapp unter die oberen Riegel. In der Vorlage ist es bei 900 mm Arbeitshöhe 553 mm hoch, bei 1.000 mm sind es 653 mm. Mehr dazu im Ratgeber Werkbank mit Schubladen.
So stellst du die Höhe im Planer ein
- Öffne den Werkbank-Planer. Neu dort? Du startest mit einer Montagebank in 900 mm Arbeitshöhe. Eine Vorlage ändert die Bauweise, nicht die Maße – deine Höhe bleibt beim Vorlagenwechsel erhalten.
- Trag die Arbeitshöhe ein: Einstellungen › Basis › Maße › Arbeitshöhe, von 500 bis 1300 mm in 5-mm-Schritten – oder nimm „Mit dieser Höhe planen“ im Rechner oben, dann steht sie schon drin. Direkt unter dem Feld rechnet „Welche Höhe passt zu mir?“ dieselbe Faustregel aus deiner Körpergröße. Über das Suchfeld „Einstellung suchen“ findest du die Arbeitshöhe auch unter „Körpergröße“.
- Beine, Stückliste und Zuschnitt rechnen sich mit. Die neue Beinlänge zeigt der Planer gleich in der Gruppe „Maße“.
- Füße wählen: Unter Basis › Füße stehen Feste Füße, Stellfüße, Rollen oder Rollen + Stellfüße zur Wahl. Die Arbeitshöhe bleibt, die Beine werden um die Höhe der Füße kürzer.
Oder starte direkt mit der Maschinenbank – auf Rollen mit Stellfüßen, mit Tischkreissäge und Frästisch. Die Vorlage beginnt mit 900 mm; trag danach deine Arbeitshöhe ein. Hier findest du alle sieben Vorlagen.
Hast du schon ein Projekt im Browser, fragt der Planer erst nach – es wird nichts überschrieben.