Wann sich Rollen an der Werkbank lohnen
In einer kleinen Werkstatt oder Garage teilt sich die Werkbank den Platz mit Auto, Fahrrad und Rasenmäher. Auf Rollen schiebst du sie dorthin, wo gerade gearbeitet wird: an die Wand, in die Raummitte, wenn ein langes Werkstück Platz braucht, oder zur Seite, wenn gefegt wird.
Der Haken: Eine Bank auf Rollen weicht aus, sobald du hobelst, sägst oder hämmerst. Drei Dinge halten sie an Ort und Stelle – Bremsen an den Rollen, ein ausgesteiftes Gestell und, für kräftige Arbeiten, Stellfüße, die du zum Arbeiten auf den Boden absenkst.
Lenkrollen mit Bremse: wie viele und welche?
Lenkrollen schwenken um einen Drehkranz und lassen sich in jede Richtung schieben, Bockrollen laufen nur geradeaus. Der Werkbank-Planer plant ausschließlich Lenkrollen – mit oder ohne Bremse.
Wie viele brauchen eine Bremse? Der Planer gibt etwa der Hälfte der Rollen unter den Beinen eine – mindestens zwei, zuerst in der vorderen Reihe, wo du sie mit dem Fuß erreichst. Bei vier Rollen sind das zwei, bei sechs drei. Unter Basis › Füße › Rollen mit Bremse (Feststeller) stellst du stattdessen „Alle Rollen“ ein. Beim Arbeiten gilt, was auch im Bauplan steht: „Bremsen (Feststeller) der Rollen prüfen; beim Arbeiten immer feststellen.“
Ein Radfeststeller blockiert nur das Rad, der Drehkranz bleibt beweglich. Ein Totalfeststeller blockiert beides und hält die Bank ruhiger. Welche Bremse eine Rolle hat, steht im Datenblatt.
Hat deine Bank mehr als zwei Beinpaare, gehört unter jedes Bein eine Rolle. Sitzen die Rollen nur an den Ecken, hängen die inneren Beine in der Luft und tragen nicht mit. Der Planer meldet dann „Bein ohne Bodenkontakt“ und schlägt vor: „Rollen unter alle Beine setzen“.
Tragkraft je Rolle: so rechnest du
Wie viel eine Rolle trägt, steht im Datenblatt des Herstellers. Der Planer kennt diesen Wert nicht und erinnert dich mit dem Hinweis „Tragfähigkeit laut Hersteller prüfen“. ParaBuilder3D ist eine Planungshilfe – keine statische Berechnung. Die nötige Tragkraft rechnest du so aus:
- Gesamtgewicht zusammenzählen: Bank, Maschinen, Werkzeug und das schwerste Werkstück, das du darauf bearbeitest.
- Durch die Zahl der Rollen minus eins teilen: Auf unebenem Boden tragen oft nur drei von vier.
- Reserve einplanen: Schwellen, Kabel und Fugen stoßen beim Rollen deutlich stärker auf eine Rolle als die ruhende Last.
Tragkraft je Rolle ≥ Gesamtgewicht ÷ (Zahl der Rollen − 1) – plus Reserve für Stöße.
Das Gewicht der Bank nennt der Werkstattplan auf der Übersicht, als „grobe Schätzung ohne Maschinen und Werkzeug“. Eine Montagebank in 2000 × 800 × 900 mm schätzt der Planer auf gut 90 kg, die Schubladenbank auf rund 140 kg.
Ein Beispiel: Bank 90 kg, Maschinen und Werkzeug 70 kg, Werkstück 40 kg – zusammen 200 kg. Bei vier Rollen sind das 200 kg ÷ 3 ≈ 67 kg je Rolle. Die Tragfähigkeit laut Hersteller sollte spürbar darüber liegen. Mehr Rollen verteilen die Last nie ganz gleichmäßig – vorsichtig gerechnet nimmst du auch bei sechs Rollen den Wert für vier.
Bauhöhe: Die Arbeitshöhe bleibt, die Beine werden kürzer
Die Bauhöhe ist die Gesamthöhe der Rolle vom Boden bis zur Oberseite der Anschraubplatte. Im Planer zählt sie zur Arbeitshöhe, denn die gilt „vom Boden bis zur Oberkante der Platte – Füße oder Rollen sind eingerechnet“. Mit Rollen bleibt die Arbeitshöhe also gleich, und die Beine werden um die Bauhöhe kürzer.
Arbeitshöhe 900 mm, Arbeitsplatte 40 mm: Die Beine sind mit festen Füßen 860 mm lang, mit 50 mm hohen Stellfüßen 810 mm und mit 100 mm hohen Rollen 760 mm.
Beinlänge und Höhe der Füße zeigt dir der Planer direkt unter Einstellungen › Basis › Maße.
Bauhöhe und Raddurchmesser trägst du getrennt aus dem Datenblatt ein; der Planer startet mit Rädern Ø 75 mm und 100 mm Bauhöhe. Faustregel: Größere Räder rollen leichter über Fugen, Kabel und Späne, bauen aber höher. Weiche Laufflächen schonen den Boden und laufen leiser – was zu deinem Werkstattboden passt, steht beim Hersteller.
Rollen nachrüsten? Unter einer fertigen Bank wird die Arbeitsfläche um die Bauhöhe der Rollen höher. Für die alte Höhe kürzt du die Beine um genau dieses Maß. Welche Arbeitshöhe zu dir passt, rechnet der Ratgeber Werkbank-Höhe berechnen für dich aus.
Rollen befestigen: Anschraubplatte, Beinende, Rollenklotz
Die Anschraubplatte muss ganz auf Holz liegen, sonst reißen die Schrauben aus. Unter einem Bein darf sie also höchstens so groß sein wie der Beinquerschnitt. Für eine Bank in Standardmaßen schlägt der Planer 80 × 80 mm starke Beine vor – dort passt eine Platte bis 80 mm. Ist sie größer, meldet er „Anschraubplatte … liegt … nicht ganz auf Holz“ und schlägt die größte passende Platte vor.
Geschraubt wird nach dem Lochbild des Herstellers; der Bauplan rechnet mit vier Holzschrauben 5 × 40 mm je Rolle (Planungswert). Damit sie Halt finden, bleiben die unteren 45 mm jedes Rollenbeins frei von Riegelschrauben, Bolzen und Zapfenlöchern.
Rollen unter dem Rahmen
Mit „Rollen sitzen: Unter dem Rahmen“ liegen die unteren Riegel bündig mit der Beinunterkante. Zusätzlich zu den Rollen unter den Beinen kommen Rollen unter die unteren Längsriegel – automatisch höchstens 900 mm auseinander (Planungswert) oder in fester Anzahl. Ist der Riegel schmaler als die Anschraubplatte, wird innen ein Rollenklotz aus dem Riegelholz angeleimt und verschraubt.
Die Zusatzrollen haben nur bei „Rollen mit Bremse: Alle Rollen“ eine Bremse, und die Ablage folgt den Riegeln nach unten. Voraussetzung sind untere Längsriegel vorne und hinten (Untergestell „Umlaufend“).
Stellfüße, Rollen oder beides?
Nur Stellfüße: Steht die Bank fest, gleichen Stellfüße einen unebenen Boden aus. Der Planer setzt dazu in jedes Beinende eine Einschraubmutter M10 (Planungswert Ø 14 × 25 mm, Maße laut Hersteller) und startet mit 50 mm Höhe und 20 mm Verstellbereich. Zum Schluss stellst du die Füße so ein, „dass alle Beine gleichmäßig tragen und nichts wackelt“.
Rollen + Stellfüße: Die Bank rollt, und zum Arbeiten senkst du Stellfüße neben den Rollen ab – dann steht sie auf den Füßen. Der Planer setzt zwei oder vier davon an die Innenseite der Eckbeine und prüft zwei Dinge:
- Abgesenkt erreichen sie den Boden: Höhe plus Verstellbereich mindestens so groß wie die Bauhöhe der Rollen.
- Eingefahren bleiben mindestens 5 mm Luft zum Boden, sonst schleifen sie beim Schieben.
Mit den Startwerten passen die Stellfüße (50 mm hoch, 20 mm Verstellbereich) nicht zu Rollen mit 100 mm Bauhöhe: Stellst du „Rollen + Stellfüße“ ein, meldet der Planer sofort „Absenkbare Stellfüße erreichen den Boden nicht“ und schlägt eine passende Höhe vor – hier „Stellfüße 85 mm hoch mit 20 mm Verstellbereich wählen“. Dasselbe gilt, wenn du die Bauhöhe der Rollen änderst; reichen die Füße schon eingefahren zu tief, heißt die Meldung „… schleifen eingefahren am Boden“. Befestigung und Tragfähigkeit der Füße bestimmt der Hersteller.
Die Maschinenbank ist so abgestimmt: Rollen mit 100 mm Bauhöhe, Stellfüße 80 mm hoch mit 30 mm Verstellbereich. Eingefahren bleiben 20 mm Luft zum Boden, abgesenkt reicht der Fuß 10 mm tiefer als die Rollen und entlastet sie.
Fertige absenkbare Rollen oder Klapprollen mit Pedal gibt es ebenfalls zu kaufen. Der Planer plant sie nicht – er arbeitet mit Rollen und absenkbaren Stellfüßen.
Stabil auf Rollen: Aussteifung nicht vergessen
Auf Rollen fehlt der Halt am Boden, und ein Gestell ohne Streben kann sich zum Parallelogramm verschieben. Geschoben wird eine Bank meist längs – das nimmt die Rückseite auf. Der Planer warnt deshalb bei jeder Bank auf Rollen, deren Rückseite nicht ausgesteift ist: „Rollen ohne Aussteifung an der Rückseite – das Gestell kann sich verschieben“. Seine Abhilfe: Streben, Aussteifungsplatten oder eine fest verschraubte Rückwand an der Rückseite; steht die Aussteifung auf „Automatisch“, setzt er sie selbst (Einstellungen › Konstruktion › Aussteifung). Streben an den Stirnseiten ersetzen das nicht: Sie halten das Gestell nach vorn und hinten – die braucht ein hohes, schmales Gestell zusätzlich.
Von den Vorlagen in Standardmaßen brauchen Montagebank und Wandwerkbank auf Rollen eine zusätzliche Aussteifung. Querrahmenbank, H-Untergestell und Schubladenbank bringen die Aussteifung mit ihren Diagonalstreben, Kopfstreben und der geschlossenen Rückwand schon mit. Rollen unter dem Rahmen verteilen die Last, steifen das Gestell aber nicht aus.
Wie Auszüge, Korpus und Schubkästen in der Schubladenbank zusammenpassen, liest du im Ratgeber Werkbank mit Schubladen.
Werkbank mit Rollen im Planer
Zwei Wege führen zur mobilen Werkbank:
- Vorlage Maschinenbank: mit Tischkreissäge, Frästisch, Rollen mit Stellfüßen und verstärktem Unterbau – in Standardmaßen mit sechs Rollen, drei davon mit Bremse, und vier absenkbaren Stellfüßen.
Maschinenbank im Planer öffnen - Eigene Bank: Vorlage wählen und unter Einstellungen › Basis › Füße „Rollen“ oder „Rollen + Stellfüße“ einstellen. Bei „Rollen + Stellfüße“ Höhe und Verstellbereich der Stellfüße passend zur Bauhöhe der Rollen einstellen (die Maschinenbank nimmt 80 mm + 30 mm bei 100-mm-Rollen) oder den Vorschlag des Planers übernehmen. Die Höhe der Stellfüße steht direkt unter „Füße“; Anschraubplatte, „Rollen unter“, Verstellbereich und Anzahl der Stellfüße findest du unter „Details zu Rollen und Stellfüßen“.
Werkbank-Planer öffnen
Rollen und Stellfüße stehen als Kaufteile in der Einkaufsliste, getrennt nach „Lenkrolle Ø 75 mm“ und „Lenkrolle mit Bremse (Feststeller) Ø 75 mm“. Gut zu wissen: Was eine Vorlage selbst hinzufügt – etwa die Rollen der Maschinenbank –, nimmt der nächste Vorlagenwechsel wieder zurück.