So sitzen Schubladen in der Werkbank
In einer Werkbank sitzen Schubladen am besten in einem Schubladenmodul. Das ist ein Korpus aus Seiten, Boden, Deckel und Rückwand, den du in ein Feld zwischen zwei Beinpaaren schiebst. Darin laufen die Schubkästen auf Auszügen. Die Fronten liegen bündig mit der Vorderseite des Gestells.
Der Korpus steht auf der Ablage, wenn sie das ganze Feld abdeckt. Sonst steht er auf den unteren Riegeln, und die Ablage endet am Modul oder entfällt in diesem Feld.
Die Höhe des Moduls ergibt sich aus dem Feld. Es reicht bis knapp unter die oberen Riegel und lässt 5 mm Luft zum Einschieben. Bei 900 mm Arbeitshöhe ist das Modul der Schubladenbank 553 mm hoch, bei 1.000 mm sind es 653 mm. Wie hoch deine Bank sein sollte, zeigt der Ratgeber Werkbank-Höhe berechnen.
Die Vorlage Schubladenbank bringt ein zusätzliches Beinpaar und damit zwei Felder. Dazu kommen eine einseitige Ablage rechts, eine geschlossene Rückwand unten und links ein Modul mit drei gestaffelten Schubladen. ParaBuilder3D ist eine Planungshilfe – keine statische Berechnung.
Welche Auszüge? Vollauszug, Kugelführung, Unterflur
Teilauszug oder Vollauszug. Bei einem Teilauszug bleibt das hintere Stück der Schublade im Korpus. Ein Vollauszug fährt sie ganz heraus. Das gesuchte Werkzeug liegt oft ganz hinten, deshalb ist der Vollauszug in der Werkbank meist die bessere Wahl.
Kugelführung oder Unterflur. Seitlich montierte Kugelführungen sind der Klassiker für Werkstattschubladen: robust, preiswert und leicht zu montieren. Ihre Schienen sitzen zwischen Korpusseite und Zarge. Unterflurführungen sitzen unsichtbar unter dem Kasten. Sie verlangen eigene Einbaumaße für Zargen, Boden und Kastenrückseite, die im Datenblatt stehen. Das gilt auch für Extras wie Soft-Close oder Push-to-open.
Tragfähigkeit. Wie viel eine Schublade trägt, bestimmt vor allem der Auszug. Der Hersteller gibt seine Tragfähigkeit an, meist je Paar. Für Schrauben, Eisenwaren oder Maschinenzubehör wählst du lieber eine stärkere Ausführung.
Schweres gehört nach unten, denn das hält den Schwerpunkt der Bank tief. Die gestaffelte Aufteilung mit der flachsten Schublade oben passt genau dazu.
Der Planer rechnet je Schublade mit einem allgemeinen Auszugspaar. Er kennt Länge und seitliche Luft, aber weder den Typ noch Tragfähigkeit oder Lochbild. Den Auszugsweg prüft er über die volle Auszugslänge vor der Front, wie bei einem Vollauszug.
Seitliche Luft: das Maß, das über alles entscheidet
Zwischen Korpusseite und Schubkasten sitzt auf jeder Seite eine Schiene. Den Platz dafür nennt man seitliche Luft oder Auszugsluft. Er bestimmt die Breite des Kastens:
Kasten außen = Korpus innen − 2 × seitliche Luft
Bei seitlich montierten Kugelführungen sind etwa 12,5 mm je Seite verbreitet. Das ist auch der Startwert im Planer. Maßgeblich ist aber das Datenblatt deiner Auszüge.
Beispiel Schubladenbank: 820 mm Feld − 2 × 18 mm Korpus − 2 × 12,5 mm Luft = 759 mm Kastenbreite außen. Mit 12-mm-Zargen bleiben innen 735 mm.
Die „Seitliche Luft je Seite“ stellst du unter Einstellungen › Ausstattung › Schubladen › Korpus, Auszüge und Griffe ein, von 0 bis 30 mm. Bleiben innen weniger als 50 mm Kastenbreite, meldet der Planer „Schubkasten passt nicht in den Korpus“.
Kugelführungen verzeihen wenig: Ein zu breiter Kasten klemmt, ein zu schmaler läuft schief. Kauf deshalb zuerst die Auszüge und bau die Kästen erst, wenn du die Luft am Muster nachgemessen hast.
Auszugslänge und Tiefe richtig wählen
Auszüge gibt es in Nennlängen, oft in Schritten von 50 mm, etwa 300, 350, 400, 450, 500 oder 550 mm. Der Schubkasten ist so lang wie der Auszug: Mit 450-mm-Auszügen werden die Zargen 450 mm lang.
Modultiefe. Der Planer verlangt mindestens Auszugslänge + Korpusrückwand + 5 mm. Die Vorlage plant 20 mm Reserve ein und rundet auf volle 10 mm. Mit 450-mm-Auszügen und 18 mm Rückwand wird das Modul so 490 mm tief. Die genaue Einbautiefe steht beim Hersteller.
Nach hinten begrenzt das Gestell: Das Modul ist höchstens so tief wie das Gestell abzüglich der Front. In das Modul der Schubladenbank passen Auszüge bis 450 mm. Für 500 oder 550 mm machst du es tiefer, zum Beispiel 540 oder 590 mm.
Schubladen von beiden Seiten. Für ein vorderes und ein hinteres Modul im selben Feld gilt im Planer: 2 × (Auszug + Korpusrückwand) + 20 mm müssen in die lichte Tiefe zwischen den Beinen passen. In der 800 mm tiefen Standardbank sind das 560 mm – zu wenig schon für zwei 300-mm-Auszüge, die 656 mm brauchen. Setz das zweite Modul dann in ein eigenes Feld. An der Wand lassen sich Schubladen nach hinten ohnehin nicht öffnen.
Auszugsweg. Vor der Front muss die volle Auszugslänge frei bleiben, über die ganze Breite und Höhe der Front. Steht dort eine Strebe, eine Maschine oder der Auszugsweg eines anderen Moduls, meldet der Planer „Auszugsweg ist verbaut“. Als Faustregel brauchst du vor der Bank die Auszugslänge plus Platz, um davor zu stehen.
Schubkästen bauen: Korpus, Zargen, Boden
Ein Schubkasten besteht aus zwei Zargen, Vorder- und Hinterstück zwischen den Zargen und einem Boden. Der Boden steckt in einer umlaufenden Nut, im Planer 8 mm über der Unterkante. Die Nut ist so tief wie die halbe Zargenstärke, höchstens 6 mm. Die Ecken werden verschraubt.
Höhen aufteilen. Die Schubladen eines Moduls sind gleich hoch oder gestaffelt. Gestaffelt ist jede Schublade nach unten um ein Viertel der obersten höher (1 : 1,25 : 1,5 …), und oben liegt die flachste für Kleinteile. In der Schubladenbank ergibt das Fronten von 144,5, 181 und 217,5 mm Höhe. Unter 40 mm Kastenhöhe warnt der Planer, deshalb passen in dieses Modul gestaffelt bis zu fünf Schubladen und gleich hoch bis zu sieben.
Reihenfolge beim Bau (wie in den Montageschritten des Plans):
- Kästen bauen: Boden in die Nuten schieben, Ecken verschrauben, rechtwinklig prüfen – beide Diagonalen gleich lang.
- Je Kasten ein Paar Auszüge laut Hersteller an Korpus- und Kastenseite montieren.
- Griffmulden fräsen, bevor die Fronten angeschraubt werden.
- Fronten mit Abstandshölzern ausrichten und von innen durch das Vorderstück anschrauben.
- Kästen einschieben, den Lauf prüfen und die Fronten bei Bedarf nachstellen.
Maße auf einen Blick
| Maß | Startwert im Planer | Hinweis |
|---|---|---|
| Korpus | 18 mm Birke-Multiplex | 8–30 mm wählbar |
| Zargen | 12 mm Birke-Multiplex | 8–25 mm wählbar |
| Boden | 3 mm HDF | in einer Nut 8 mm über der Unterkante |
| Seitliche Luft | 12,5 mm je Seite | laut Hersteller der Auszüge |
| Auszugslänge | 450 mm | Kasten so lang wie der Auszug |
| Modultiefe | 490 mm | mindestens Auszug + Rückwand + 5 mm |
| Fugen | 3 mm zwischen den Fronten | 2 mm zum Rand des Felds |
| Kastenhöhe | – | mindestens 40 mm |
Fronten und Griffe
Die Fronten liegen bündig mit der Vorderseite des Gestells und decken den Korpus ab. Im Planer sind sie so dick wie der Korpus. Zwischen den Fronten plant er 3 mm Fuge, zum Rand des Felds 2 mm. Bleibt zu einem Bein oder Riegel weniger als 1 mm Luft, meldet er „Fronten streifen“.
Griffe. Für Bügelgriff und Knopf rechnet der Planer mit allgemeinen Maßen: 128 mm Lochabstand, Knopf etwa Ø 30 mm, Bohrungen Ø 5 mm. Das sind Planungswerte, Maße und Bohrbild prüfst du am gekauften Griff. Der Griff sitzt mittig, bei hohen Fronten höchstens 100 mm unter der Oberkante. Auf kleinen Fronten wird es eng: Ein Bügelgriff braucht etwa 168 × 40 mm, ein Knopf 60 × 40 mm. Passt ein Griff nicht, warnt der Planer.
Griffmulde. Die Mulde wird oben in die Front gefräst: 100 × 30 mm, höchstens 10 mm tief und nicht tiefer als 60 % der Frontdicke. Sie braucht eine mindestens 15 mm dicke Front und etwa 100 × 60 mm Platz. Kaufen musst du dafür nichts, und nichts steht über.
Schubladen im Planer
Am schnellsten startest du mit der Vorlage Schubladenbank. Schubladen passen aber in jede Vorlage: Unter Einstellungen › Ausstattung › Schubladen klickst du auf „Modul hinzufügen“. Je Modul wählst du Feld, Seite (vorne oder hinten), 1 bis 8 Schubladen, gleich hoch oder gestaffelt und die Tiefe. Die Höhe passt sich auf Wunsch automatisch an das Feld an.
Die Einkaufsliste zählt je Schublade ein Paar Auszüge („Schubladenauszug (Paar)“) und die Griffe. Stückliste und Zuschnitt enthalten alle Teile von Korpus, Kästen und Fronten. Passt etwas nicht, schlägt der Planer konkrete Korrekturen vor. Was eine Vorlage selbst hinzufügt, etwa das Schubladenmodul, nimmt der nächste Vorlagenwechsel wieder zurück.
Schubladen in deine eigene Bank einplanen – oder mit einer der sieben Vorlagen starten.
Schubladenbank auf Rollen? Ihre volle Rückwand zählt als Aussteifung. Mehr dazu im Ratgeber Werkbank mit Rollen bauen.